In D historisch [ von Koschutnig am 2008-06-02 00:31:41 ]
Gibt's die noch in Mengen, die freiwillig ein Jahr ein "beim Bund" (BRD-Slang)in der Erwartung dienen, später Reserveoffiziere zu werden?
[ von clavicula am 2008-12-04 14:48:46 ]
Klar gibts die noch. Das ist die Standardausbildung für die Offizierslaufbahn. Nach diesem Jahr rüstet der Soldat entweder mit dem Dienstgrad Wachtmeister ab und kann die Laufbahn zum Offizier der Miliz einschlagen oder man entschließt sich dazu, Berufsoffizier zu werden und geht zur MilAk. Jedoch ist die Bezeichnung verlängerte Dienstzeit nicht ganz richtig, da man sich schon vor Dienstantritt dafür entscheiden muss und es mit einer normalen Verlängerung (Verpflichten lassen) nicht viel gemein hat.
Nachgeahmt und verbessert: [ von Koschutnig am 2008-12-04 23:31:31 ]
Was heute so österreichisch ist, war eine preußische Erfindung, im Grunde schon während der Napoleonischen Kriege, formell 1867 beim Norddeutschen Bund, 1871 auf das Deutsche Reich übertragen:
"Einjährig-Freiwillige"(§ 11 des Gesetzes betr. die Verpflichtung zum Kriegsdienst v.om 9. Nov. 1867): "Junge Leute von Bildung, die sich während ihrer Dienstzeit selbst bekleiden, ausrüsten und verpflegen ..., werden schon nach einjähriger Dienstzeit ...zur Reserve beurlaubt. Sie können...zu Offizierstellen der Reserve und Landwehr vorgeschlagen werden"
Effizient, wie man dort ist, steigerte man später: Es gab dann auch Zweijährig-, Dreijährig-, Vierjährig-Freiwillige. Der Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht in D 1919 bedeutete dort das Ende der Einrichtung der Einjährig-Freiwilligen. (Gr. Brockhaus Bd 5.(1930)
s.z.B. auch http://www.figuren-modellbau.de/freiwillige.html
@ clavicula: Die Übersetzung hab ich geändert.